Hörner

Konzept & Entstehungsgeschichte

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Shantipada
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Betreff: Konzept & Entstehungsgeschichte (4521) 24.04.2013, 19:30:51
Als Antwort auf: Hornmund befestigen?, geschrieben von Shantipada am 24.04.2013, 14:01:15
Noch ein paar Bemerkungen zum Konzept und der Entstehungsgeschichte:
Zentrale Stichworte fĂŒr den Neuaufbau - heißt: die völlige Verwandlung der EV Sentry III in den jetzigen Lautsprecher - sind 6dB Trennung und Zeitrichtigkeit.
Experimente mit 6dB Trennung bei der Sentry zeigten, dass der Hochtöner ST350A eine solche Trennung nach unten hin nicht mitmachte. Auf Belastbarkeit kann man ja fĂŒr reine ZimmerlautstĂ€rke leicht verzichten und der Spielraum ist bei dem Wirkungsgrad der Treiber schon ein Experiment wert. Dennoch allein der natĂŒrliche Druck einer Tenorstimme fĂŒhrte schon bei ZimmerlautstĂ€rke zu Verzerrungen. Der ST350 ist halt nicht ohne Grund erst ab 3500 Hz einsetzbar und das auch nur mit wenigstens 12dB Trennung. Also musste ein tiefer trennbarer Ă€hnlicher Hochtöner her. Das wurde dann der BMS 4540ND am StereoLab Hörnchen cf1000Hz. Der macht die flache Trennung klaglos mit. Mit Kugelwellenhörnern wollten wir schon sehr lange mal was bauen. Unter Winkel werden sie nur leiser. Sonst laufen die FrequenzgĂ€nge exakt parallel.

Als nĂ€chstes verwandelte sich das Sentry Mitteltonhorn SM120 in ein Jabo 53 mit dem alten EV 1824M. Aber nicht lange (siehe oben). Ein Kugelwellenhorn musste her mit einem adĂ€quaten Treiber: das wurde dann das Stereolab 2 Zoll cf250Hz mit BMS 4592mid 8 Ohm. Manche werden sich hier fragen, warum wir uns nicht fĂŒr den beliebten Koax 4590 von BMS entschieden haben.
Der Grund ist zweifach:
1) muss man den Koax steiler trennen und
2) im Tiefenversatz zwischen MT und HT ist man mit einem Koax nicht flexibel.

Wer aber mal einen Lautsprecher vor die Ohren gekriegt hat, bei dem die Sprungantwort aller Wege exakt ĂŒbereinander liegt, will nie mehr zurĂŒck.
Es ist, als wenn etwas einrastet, da gibt es kein Deuteln. Mich wundert, dass auch bekannte Entwickler diesen Punkt im Aufbau eines Lautsprechers so unterzubewerten scheinen (Aufwand und Kosten?) - aber im Selbstbau-Sektor?

Auch preiswerten Chassis kann man durch zeitrichtigen Aufbau unendlich viel mehr entlocken (eine solche - zeitrichtige - 2-Weg Konstruktion entlockte dem Freund der glĂŒcklichen neuen Besitzerin, der nicht so viel Hörerfahrung mitbrachte, den erstaunten Ausruf: "Boah, klingt ja wie ein riesiger Kopfhörer.")

Ach ja, 6 dB Trennung - klingt ehrlicher, dynamischer, "rotziger" sagt ein guter Freund, direkter - steilere Trennungen schönen den Klang, aber man verliert auch entscheidende Informationen fĂŒr den wirklich großartigen Klang. Um diesen Unterschied schĂ€tzen zu lernen, muss man schon viel mehr Zeit mit seinen Lautsprechern verbringen und damit meine ich nicht in der Garage, im Keller, mit dem Lötkolben oder mit seinem Messequipment ...

shantipada

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