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Hohle Bekenntnisse

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Joschi
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Betreff: Hohle Bekenntnisse (54) 21.07.2017, 12:40:33
Als Antwort auf: Re: Kunstauffassungen - verschieden: Auch Schlager können Kunst sein, geschrieben von AH. am 20.07.2017, 14:25:02
Lieber Andreas,

folgende Punkte finde ich nicht zuträglich und lege sie Dir deshalb dar:

Du entblödest Dich nicht, zu schreiben:
"man sollte die Menschen nehmen, wie sie sind", lässt aber meine Meinung nicht gelten, im gleichen Atemzug wirfst Du mit missionarischem Eifer Gutmenschentum vorgeschoben mit Vorurteilen um Dich.

Zunächst zum Kunstbegriff (ich schrieb es mehrfach: wenn man "Kunst" von "Können"ableitet (Du hattest die Kunstfrage angeschoben, wie definierst denn Du Kunst?)):
-ja es ist (nicht nur meine, aber das ist wurscht) Meinung (bitte gestehe mir die zu, ohne, dass Du mich auf Spießigkeit reduzierst oder zu missionieren beginnst), dass op. 131 kunstvoller ist als Tekkno.

Auch Jörn hat oben nicht fertiggelesen.

F√ľr Euch transponiere ich das in einen anderen Bereich:

Eine Fu√üg√§ngerbr√ľcke √ľber einen Flu√ü aus Backsteinmauerwerk aus dem 17. Jhdt. ist immer kunstvoller als eine Betonbr√ľcke der Jetztzeit. Frag den Bausachverst√§ndigen.
Ein Auto aus einer handgedengelten Karosserie immer kunstvoller als ein Auto aus dem Roboterwerk. Frag den KFZ-Verständigen.
Ein mundgeblasens Glas ist immer k√ľnstlerisch wertvoller als ein Pressglas. Frag den Antiquar.

Vielleicht l√§sst es sich auf Pr√§-Industrialisierung zur√ľckf√ľhren- wie gesagt, ich warte auf Deine Kunstdefinition.

Gleichwohl ist f√ľr die Nutzbarkeit keine wesentliche Unterscheidung vorhanden, das hast weder Du noch Bj√∂rn gelesen, dass ich auch der Meinung bin, dass "Kunsthaftigkeit" kein Merkmal f√ľr eigene Vorlieben beinhaltet: beide sind Br√ľcken, Autos, Flaschen, die sich so benutzen lassen, ohne dass man gr√∂√üere Unterschiede bemerkt.
Ich habe explizit darauf hingewiesen, dass f√ľr mich oft die nach solchen Ma√üst√§ben "kunstlosere" (nach obiger Definition) Musik die mich ansprechende ist. Zumindest mit J√∂rn bin ich da nicht weit auseinander. Ich habe nie und nirgendwo zu missionieren versucht, noch b√ľrgerliche (das hat bei Dir einen sehr negativen Charakter) Gedanken ge√§u√üert.

Jetzt frage ich Dich:
Warum präsentierst Du stets einen Wust von Aufnahmen, der aufnahmetechnisch, interpratatorisch, instrumentalisiert außergewöhnlich ist, wenn man Deiner jetzigen Argumentation folgend das ganze als Midi-File auf einer Bontempi-Orgel genauso abspielen könnte, wenn die ganzen Kunstdefinitionen nicht gelten. Ich bin der Meinung, dass es da deutliche Unterschiede gibt, aber die verneinst Du gerade.

Du schreibst:
"Ich möchte ein bißchen - wie so oft - zum eigenen Geschmack befreien"
Ich habe einen eigenst√§ndigen Geschmack. Du hast, ohne mich zu kennen, z√ľgig viele negative Eigenschaften zu erkennen geglaubt. Das zeugt von einer ausgepr√§gten Engstirnigkeit, die vorausahnend alles schon besser wei√ü.

Deine terrierhafte Reflexbissigkeit und Dein Missionierungseifer gepaart mit Besserwissertum zeigen:

Der Kleingeist bist
DU.

Damit ich nicht dumm sterbe, musst Du mir bitte Deinen Nachsatz erläutern:
"Tanzmusik und Entspannungsmusik = Gebrauchsmusik = oft keine Kunst"

Das habe ich nicht verstanden, denn das f√ľhrt Deine generell herangezogene Argumentation zu Tekkno und Schlager ad absurdum.

Zum Schlager auch was von mir: es gibt dort ausgezeichnete Arrangements, die k√ľnstlerisch wertvoller sind als die von Dir irgendwie zitierte Gebrauchsmusik. Du schreibst "oft". Irgendwer muss da also eine Bewertung treffen. Das wirst dann wahrscheinlich Du sein, der es allgemeing√ľltig kann (und gottgleich), andere Meinungen z√§hlen ja nicht.

Der genervte
Joschi


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