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Re: Elektrostaten oder dynamisch - Vorteile und Nachteile

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AH.
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Betreff: Re: Elektrostaten oder dynamisch - Vorteile und Nachteile (1283) 25.04.2015, 14:15:58
Als Antwort auf: Re: Peter Krips widerlegt jetzt auch AH, geschrieben von Calvin am 23.04.2015, 08:41:57
Hallo Calvin,

Man kann das Ganze nÀmlich auch als einen zusÀtzlichen Freiheitsgrad ansehen, der eine gezielte(!) Beeinflussung des Schallereignisses am Hörplatz erlaubt, den der klassische dynamische LS nicht aufweist.

Die rĂŒckwĂ€rtige Schall-Abstrahlung sehe ich nicht als Freiheitsgrad, wenn das das Ziel ist:

Neutrale Hörbedingungen sind die Voraussetzung zur Àsthetischen Beurteilung einer Tonaufnahme.

Die Tiefenstaffelung einer Tonaufnahme wird durch rĂŒckwĂ€rtige Schall-Abstrahlung beeintrĂ€chtigt bzw. manipuliert. Orchester-Aufnahmen können eine enorme Tiefenstaffelung haben, die durch zu frĂŒhe Reflexionen von der Stirnwand beeintrĂ€chtigt wird.
Aufnahmen ohne Tiefenstaffelung bekommen dafĂŒr eine "Schein-Tiefe".
Ich wĂŒrde Elektrostaten rĂŒckwĂ€rtig bedĂ€mpfen.

Im ĂŒbrigen bin ich der festen Ansicht es gibt es nur eine Art einen Elektrostat zu verbessern ... einen Hybrid-Elektrostaten.
Oberhalb 200Hz reicht kein dynamischer LS einem anstÀndigen Panel mehr das Wasser.


Nicht nach meiner Hör-Erfahrung. Ich kenne seit ca. 20 Jahren die Martin Logan Aerius i. Die klingen sauber, aber am Hörplatz durch das ansteigende BĂŒndelungsmaß verfĂ€rbt. Raumreflexionen werden durch die starke Richtwirkung zumindest im Mittel- und Hochtonbereich verringert. Das ist fĂŒr mich der eigentliche Vorteil von Elektrostaten gegenĂŒber sauber entwickelten dynamischen Lautsprechern.

Ein Klein+Hummel O500C klingt in meinen Ohren genauso "elektrostatenhaft sauber".

Auch Eigenbauten fĂŒr einen Freund, 25 cm Görlich in 50 Liter (30 mm MDF), Dynaudio D76 AF und Peerless KO 10, FrequenzĂŒbergĂ€nge 630 Hz und 2,5kHz mit Hypex active 3 klingen "elektrostatenhaft sauber". Aber aufgrund der anderen Abstrahlcharakteristik wird der Hörraum weniger ausgeblendet. DafĂŒr ist die Klangfarbe neutraler, als bei den Aerius i.
Wenig (Breitband)-GerÀusche und geringe nicht-harmonische Verzerrungen.
Die Phantomschallquellenbildung von Elektrostaten ist aufgrund interauraler Pegel- und Laufzeitdifferenzen zu groß. Einfach mal mit Rosarauschen anhören.
Als Studio-Regielautsprecher sind sie daher weniger geeignet, wohl aber als Heimlautsprecher aufgrund ihrer ausgeprÀgten Richtcharakteristik, die diskrete Reflexionen verringert.

Die Betriebsschallpegelkurve der Aerius i mißt sich terzweise trotz hörbarer Diffusfeld-VerfĂ€rbungen sehr gut. Leider ist das System nicht unter 50 Hz zu entzerren, der Tieftöner im geschlossenen GehĂ€use klingt bei solchen Versuchen schlecht.
Bei einer geglĂ€tten Sinus-Messung schneidet der Aerius i nicht so gut ab. Man muß gehörschĂ€digende Überhöhungen aufgrund der stochastisch schwingenden Folie befĂŒrchten, siehe Graphik von Stereophile.

FĂŒr Leisehörer könnte eine Martin Logan Electro Motion fĂŒr 3200 € Paarpreis eine hörenswerte Alternative sein, wenn Raumreflexionen verringert werden sollen. Wie immer: Baßreflexrohr verschließen (Aerius i war geschlossen), ggf. mit Reißwolle oder Altkleidern ausstopfen.

Man sollte m.E. preislich auch auf dem Boden bleiben, es gibt 8,5 Millionen Hungertote jedes Jahr und eine NahrungsmittelĂŒberproduktion von 25%- 30%. www.unicef.de hilft.
Mein Bauvorschlag ist eher m.E. was fĂŒr Dirigenten, die eine Bandmaschine besitzen und mal in Original-LautstĂ€rke hören wollen. Anhand eines 10 x 10 Arrays sollte man versuchsweise prĂŒfen, wie "phasig" der Hochtonbereich des Kalottenarrays klingt.

Aber ganz billige Produkte sind m.E. auch nicht die Lösung, zu wenig ArbeitsplĂ€tze fĂŒr QualitĂ€tsprodukte -> Kein Wohlstand -> Keine Spenden. Daher habe ich immer gerne den K+H O198 empfohlen (Ă€hnlich durchsichtig, wie ein Elektrostat, bessere Phantomschallquellenbildung, weniger "Raum-Ausblendung", neutralere Klangfarbe wegen besserem Diffusfeld-Übertragungsmaß, braucht geringe HörabstĂ€nde).

Liebe GrĂŒĂŸe

Andreas



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