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Re: Metallmembranen im Mitteltonbereich? - Subharmonische Resonanzen oder Kolbenstrahler?

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P.Krips
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Betreff: Re: Metallmembranen im Mitteltonbereich? - Subharmonische Resonanzen oder Kolbenstrahler? (942) 25.05.2015, 17:54:38
Als Antwort auf: Metallmembranen im Mitteltonbereich? - Subharmonische Resonanzen oder Kolbenstrahler?, geschrieben von AH. am 06.09.2014, 17:01:56
Halloo Andreas,

Der Freifeld-Frequenzgang eines idealen Kolbenstrahlers fĂ€llt oberhalb ka = 1 im Freifeld mit 6 dB/8ve, im Diffusfeld mit 12 dB/8ve, soweit ich die LehrbĂŒcher richtig in Erinnerung habe.


Diese Sichtweise ist nicht korrekt, in dem vom Fosti hier verlinkten Klippel-Paper:
http://www.visaton.de/vb/showpost.php?p=395044&postcount=67
sind die ZusammenhÀnge korrekt dargestellt.
Ist auch in Einklang mit anderen LehrbĂŒchern.

Eine Frage: Wie kann es sein, daß Metallmembranen oberhalb ka = 1 (Durchmesser = SchallwellenlĂ€nge) eingesetzt werden können?

Einfache Antwort: Weil sie keine idealen Kolbenstrahler sind, auch keine unendlich steifen Koni.

Die Metallmembrane kann also nicht kolbenförmig schwingen. Aufgrund der hohen Schallgeschwindigkeit in Metall könnten es subharmonische Resonanzen sein (z.B. Lambda/4, Lambda/8 usw.), die den Metall-Konus oder die Metall-Kalotte oberhalb ka = 1 einen linearen Freifeld-Frequenzgang annehmen lassen.


Da der Metallkonus leider nicht so steif ist, wie vielfach behauptet, ergibt sich ein Verhalten, dass im Klippel-Paper bei flexiblen Koni in den Diagrammen gezeigt wird.

Übrigens wird bei den Resos bei Metallern umgekehrt ein Schuh draus:
Die höherfrequenten Resonanzpeaks können durch subharmonische Frequenzen angeregt werden, da es eine Materialeigenschaft ist.
Bei einigen Klirrmessungen findet man daher bei manchen (schlechteren) Metallern dann auch Klirrspitzen bei subharmonischen Frequenzen.
Durch Eingrenzung der Einsatzbandbreite und steile Filterung kann man das Problem aber in den Griff bekommen.
Auch fĂŒr mich klingen unbeschaltete Metaller meist unangenehm.
Aber so verwendet man die Treiber ja nicht in einem Mehrwegesystem.
Richtig bandbegrenzt und steil genug gefiltert ist der Spuk meistens vorbei.

Ähnliches findet man bei Elektrostaten oder DML bzw. NXT-Lautsprechern, die ĂŒber schmalbandige Maxima und Minima im Amplitudenfrequenzgang verfĂŒgen.

Das ist -mal wieder- pauschal so nicht richtig.
Die genannten Systeme arbeiten gÀnzlich oder teilweise als Biegewellenwandler, da gelten dann andere Mechanismen der Schallerzeugung als beim Kolbenstrahler.
Bei richtiger Konstruktion kann da von irgendwie "schÀdlichen" schmalbandigen Minima und Maxima nicht die Rede sein.

Gruß
Peter Krips




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