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Jugendliche und ihr Sprachschatz

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Betreff: Jugendliche und ihr Sprachschatz (93) 23.08.2017, 12:56:51
Als Antwort auf: Re: Re:, geschrieben von Kaspie am 23.08.2017, 12:24:54
Wer, wie ich, mit Jugendlichen arbeitet, hat noch ganz andere Sorgen als ein geschriebenes "Höhren"...
Unbesehen von dem ber√ľhmten "Dativ sein Tod" k√∂nnen Viele nicht mehr im eigentlichen Sinne nacherz√§hlen- die auktoriale Perspektive ist da v√∂llig unbekannt. Geschichten werden in der direkten Rede dargebracht. Wer wann was sagte, wird durch "Er so", "Ich so", "Der Kumpel dann so" usw. ausgedr√ľckt.
Grausam. Der Fluß der Sprache geht flöten. Und damit wohl auch auch die Fähigkeit zu subsummieren.
Aber ist schon spannend zu beobachten, wie ein √ľbererregionaler "Kiezsprech" entsteht.

"Wir gehen Aldi"

Und ich habe mir fr√ľher √ľber fehlende oder falsch eingesetzte Personalpronomen Gedanke gemacht. Im Pott f√§hrt man nicht "zu Opa", sondern "nach Oppa".
Ebenso ist der kreative Umgang mit nichtreflexiven Verben lustig: Im Pott und im Sauerland zählte zur Unterschicht, wenn er "Sich Eine rauchte"...

Aber heute "gehen wir Oppa".
Wobei die verflachende Grammatik die eine Sache ist, der abnehmende Wortschatz √ľberhaupt eine ganz Andere.

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