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Re: hier in russisch

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P.Krips
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Betreff: Re: hier in russisch (309) 05.09.2017, 20:37:47
Als Antwort auf: Re: hier in russisch, geschrieben von Kaspie am 05.09.2017, 14:14:18
Hallo Kay + All,

Der Propeller scheint als "akustischer Sumpf" zu wirken?

Valentin hatte damals ja lediglich Impedanzmessungen veröffentlicht, die sein Konstrukt aber eindeutig als BR-Box auswiesen. Obendrein hat er als wichtig (als Folge seines "extrem offenen Prinzips") angesehen, dass die typischen BR-Impedanzspitzen möglichst niedrig/flach verlaufen.
Das ist aber ein typisches Verhalten von stark bedämpften BR-Boxen, die damit einen hohen Verlustfaktor Ql haben.
Die starke Bedämpfung kam bei ihm wohl durch das Material der Turbokonstruktion zustande und dadurch, dass die spiralförmig verlaufenden BR-Kanäle auch Verluste produzierten, da durch Dämpfungsmaterial verlaufend.
Als Folge war nicht mehr viel BR-Gewinn da und der Frequenzverlauf im Bass war früh und recht flach abfallend, ähnlich einer CB mit einer Abstimmung um Qtc 0,5, was im Wohnraum ja durchaus (meist) positiv ist.
Ein derartiges Verhalten kann man aber einfacher realisieren, mit einer KU (kontrollierten Undichtigkeit), wie es z.B. Dynaudio mit seinen Variovents gemacht hat.

Aus dem ehemaligen audioavid-Forum wurde mal ein Treffen organisiert (Bei Lyngdorf, als die noch im Stuttgarter Raum waren), bei dem auch Valentin mit seiner Turbo da war.
In dem doch recht großen Raum klang seine Turbo im Bass bei freier Aufstellung deutlich zu dünne, auf meine Empfehlung hin haben wir die Box dann wandnah aufgestellt, da war der Bass dann passend und auch recht sauber. Die sonstige Abstimmung der Box fand ich allerdings nicht sehr gelungen.

Die Rüttelplatte (Vibrationsbrett?) macht auch irgendwie Sinn bzw. kann Sinn machen. Früher war diese Prinzip an jedem Lautsprecher in Form von Filz , Kork oder Pappe zu finden und hieß Antiresonanzring.

Früher konnte das eventuell Sinn machen, da waren die Treiber in Radios eingebaut, die aus eher dünnem Holz bestanden.
Bei heutigen Boxen mit eher dickem Wandmaterial und relativ hoher Masse der Gehäuse machen solche Entkoppelungen IMHO keinen Sinn mehr.
Da handelt man sich eher ein zusätzliches Masse/Feder System ein, was sauberer Wiedergabe eher abträglich ist.

Was mich störte, ist (u.A.), dass das akustische Verhalten der Turbokonstruktion nicht vorausberechenbar ist, und man da eigentlich nur mit Messtechnik und Versuch und Irrtum eine passende Abstimmung finden kann (oder auch garnicht, je nach Treiber).

Gruß
Peter Krips

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