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aktuelle VerstÀrkerei

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Joschi
225 Beiträge
Betreff: aktuelle VerstĂ€rkerei (522 )03.02.2017, 18:50:14
Hallo,

wieder mal LĂŒgenblĂ€tter (HiFi-Zeitschriften) gekauft, im Februar kriegt man eine CD mit allen Exemplaren des Vorjahres mit.
Ich bin kein Freund der Beschreibungen wie "...mit dunkelrot-silbrigem Timbre..." oder Akzeptierer von KabelklĂ€ngen, auch bei VerstĂ€rkern glaube ich nicht an große Klangunterschiede, wenn man ordentlich gemachte VerstĂ€rker hat (letztere mussten vor ein paar Jahren nicht viel kosten).

Jetzt und heutzutage bin ich froh, dass ich mir nix mehr kaufen muss, der letzte Fernseher hat mich mit Eckdaten und Features schon ĂŒberfordert, von Mehrkanalreceivern will ich nichts wissen, dauernd neue Formate, wie anschließen (ARC, HDMI durchschleifen, you name it).

Wirklich bedenklich finde ich, dass es einen Großteil VerstĂ€rker gibt, die digital laufen (nichts gegen Pulsbreiten/weitenmodulation, ist nicht meins, aber bitte) und
a) immer noch einen hohen Ausgangswiderstand haben
b) ganz unverschÀmt bei 20 kHz schon -3 dB haben (ich hör's nicht mehr, zugegeben, aber wenn ich einen neuen VerstÀrker kaufe, dann darf er "kindgerecht" sein, die FrÀtze hören noch richtig echten, hohen Hochton)
c) teilweise mit Eckdaten der HiFi 45500 sauteuer sind.

Von Röhren rede ich mal gar nicht, die sind alle sehr teuer und haben bestens vermarktete KlirrverlĂ€ufe, deren Zahlen mich misstrauisch machen. Man mĂŒsste doch auch mit Röhren gut gemachte (wenig klirrende) VerstĂ€rker bauen können, das ging doch frĂŒher auch? Oder darf man nicht mehr gegenkoppeln?

Ich wĂŒrde keinem GerĂ€t ohne Test trauen, die können vielleicht alle streamen (und vielleicht DSD wiedergeben (in der Vorstufe bis ein paar MHz, in der Endstufe ist aber spĂ€testens wegen der Ausgangsfilter bei 18 oder 22 kHz Schluss)). Wo ist denn da der Sinn?

Bei jedem GerĂ€t, das ich aus dem Blödmarkt trĂŒge, hĂ€tte ich den Verdacht, verĂ€ppelt worden zu sein. Kauft man am Besten alt und gebraucht z.B. einen einfachen, alten 2x30W Bipolar-Gegentakter, den man wieder frisch macht?
Ist das die Zukunft?

Ratlose GrĂŒĂŸe
der Joschi
Klumbo
81 Beiträge
Betreff: VerstĂ€rkerei (415 )04.02.2017, 20:09:17
Hi Joschi,

erstmal, nicht jeck machen lassen.
die aktuellen AV-Recierver mit/ohne HDMI123,
das ist kein Hexenwerk, nein, nur hausfrauenfreundlich.
Kabel rein... zack... lÀuft.

und die etwas wertigen Sachen.
Schau doch zuerst mal bei Band-Ausstattern rein.
Nein, nicht kaufen, nur schlau machen:

-der Versandhandel mit dem grossen T oder
-der Versandhandel mit dem M...

und da findest Du plötzlich aktive Dreiwegmonitore fĂŒr
ca 398 das StĂŒck (KRK Rocket 10) ..... i-Pod dran und fertig....

oder Du suchst nach Endstufen ohne Digital, so wie frĂŒher....
Eingang und Ausgang.... plus Netzkabel.... zack... funktioniert auch.

oder... falls Du einen Computer hast.... die Firma RME... da
speziell das "Babyface"... ein kleines USB-Spielzeug....
kann Vieles aber nicht Alles.....

Es gibt halt viele Dinge, um glĂŒcklich zu werden.....

Ach ja, dann noch bei "Gitarren" nach "RöhrenĂŒbungsverstĂ€rker"
suchen.... sowas hat frĂŒher ein Vermögen gekostet.... Abmessungen
von nem AutobatterieladegerÀt.... Preis von drei BierkÀsten....
Farbe zB "Orange" irre Namen wie "Destroyer" oder "Terminator"......

was seh ich hier noch... Studioendstufe "Samson"..... 2x .....Watt fĂŒr ......

gruss klumbo




Joschi
225 Beiträge
Betreff: Re: VerstĂ€rkerei (381 )05.02.2017, 09:21:46
Moin klumbo,

Alles gut, ich bin ja ruhig .

Dass es das alles gibt, ist klar. Mich wundert nur, dass man auch fĂŒr viel Geld sehr viele GerĂ€te kriegt, bei denen man frĂŒher nicht zugegriffen hĂ€tte, weil z.B. 20 kHz Pflicht gewesen wĂ€ren.

Der ganze Billigkram interessiert mich nicht, auch, wenn man teuer kauft, kriegt man evtl. auch eine Möhre.
Dass HDMI zueinander passt, ist auch klar- wenn man mal HDR und 3D außer Acht lĂ€sst. Ich mag aber auch keinen Receiver anmachen, um die Tagesschau zu gucken/ hören. Also Zuspieler per Koax anschließen- wie halt eben frĂŒher schon und mit den alten Formaten. Wenn Du Pech hast, kriegst Du einen Receiver mit allem Furz und Feuerstein, aber mit schlechter Endstufe, und damit ist alles vorne dran Makulatur, besonders, wenn Du den meisten neumodischen Kram nicht nutzt.

Klar kann man auch Studiotechnik kaufen, das ist im Zweifelsfall die bessere Alternative.

Aber einfach zum Gegenwert von drei BierkÀsten irgendwas kaufen, geht halt auch nur irgendwie. RME darf man hier ausgrenzen.

HiFi ist fĂŒr mich derzeit extrem fragwĂŒrdig aufgestellt.

Man kann es auf Player und Kopfhörer reduzieren, das geht immer gut. Das ist aber nicht der Grund, weshalb wir hier vorbeischauen.
Muss man davon ausgehen, dass wir hifiharps alte Dynaudios nur an einem gleich alten VerstÀrker schön zum Laufen brÀchten?

Viele GrĂŒĂŸe
Joschi

PS: "auch" war heute billig.

Klumbo
81 Beiträge
Betreff: Re: VerstĂ€rkerei (397 )05.02.2017, 09:47:26
Hi Joschi,
das mĂŒsste noch mit dem chinesischen Preisverfall zusammenhĂ€ngen.
Hab mal nach diesen sĂŒssen kleinen VerstĂ€rker-chips gegockelt:
TDA 7492 und TDA 7498 . . .
die kosten ja fast nichts mehr.... 8,89 bis 10,94....

dann brÀuchte man noch ein Steckernetzteil und ein GehÀuse
mit ner ganz tollen alugebĂŒrsteten Front....

und -schups- hat man so ein Geiz-ist-Geil-GerÀt......

schönes Wochenende

gruss klumbo
Kaspie
453 Beiträge

Betreff: Re: VerstĂ€rkerei (507 )05.02.2017, 18:14:32
Hi Joschi,

wir lesen doch immer wieder nur ĂŒber Zahlen, Werte und Leistung.
Es werden immer nur diese Wert angepriesen und die Optik dazu in Preisen bewertet. Zu jeder Messe gibt es dann eine verbÀsserte Variante, die dann noch wesentlich bÀsser ist als das VorgÀngermodell.
Im Prinzip mĂŒssten jetzt ja endlich mal gute VerstĂ€rker auf dem Markt sein?

Ja, sind sie auch.

Ich bin aber etwas altmodisch veranlagt und sehen nicht die Daten, sondern begnĂŒge mich mit den Fakten. Wenn eine Kette gut klingt, sind mir Frequenzen Schyce-Egal.
Ich lese diese Hochglanzgazetten nicht. DafĂŒr konzentriere ich mich mehr auf die alte Technik und deren alten Schaltbilder. Hier ist mein Augenmerk auf kleine ETA ( SE) TriodenverstĂ€rker von 0,5W bis 8 W gerichtet. Passt fĂŒr mich sehr gut.

LG
Kay
The Doctor
31 Beiträge

Betreff: Re: VerstĂ€rkerei (386 )06.02.2017, 14:37:59
Moin !

Da muß ich doch gleich mal meinen Senf...

SchaltverstĂ€rker sind nun mal eben aus konstruktiven GrĂŒnden auf Ausgangsfilter angewiesen. Sie sind nicht nur fĂŒr die Rekonstruktion des Wellenverlaufes als auch zur Einhaltung der EMV-Vorschriften zustĂ€ndig.

Leider sind sie aufgrund einer "Billig-billig-Politik" meistens aus sehr unzureichend dimensionierten Bauelementen zusammengesetzt und daher - wegen ihrer Verluste - auf Gedeih' und Verderb' von der Lastimpedanz abhÀngig (wie eben Frequenzweichen auch).

Blöderweise können solche Filter augrund der closed-Source-Naturgesetze nur fĂŒr eine Impedanz berechnet und ausgelegt werden, an derer sie korrekt arbeiten.
Wenn ich also wie im Eingangspost lese, daß ein VerstĂ€rker XY pauschal bei 20 kHz -3 dB Pegelabfall hat, dann liegt das nur daran, daß die Lastimpedanz nicht stimmt (Beispiel: Filter auf 6 Ohm gerechnet, aber Lautsprecher mit 4 Ohm angeschlossen).
Dies dem VerstÀrker anzulasten, wÀre unfair.

Was ein gnadenlos dimensioniertes Netzteil an einem ansonsten einfachen D-Amp bewirkt, habe ich seit Herbst 2016 erleben dĂŒrfen: ein SA98 (ohne "E") ist an ein fettes Schaltnetzteil Meanwell HLG600H-36A angeschlossen. Nach dem NT folgt eine fette Drossel 87 mH sowie amtliche 2.4 Farad Siebung (demnĂ€xt auf 4 Farad).

Das Ergebnis ist schlicht untertrieben "ÜberwĂ€ltigend".
Der VerstÀrker ist als solcher nicht mehr wiederzuerkennen. Er hat sich klanglich um mindestens 3 Schulnoten verbessert. Allein die StabilitÀt, die Auflösung und die Fein- und Grobdynamik sind nun 1a.
Das hÀtte ich in diesem Umfang nie und nimmer erwartet oder damit gerechnet !

Das Material fĂŒr die UmrĂŒstung des Ausgangsfilters habe ich schon hier liegen. Die mickrigen Eisenkerndrosseln werden durch Folienbandspulen mit 2.5 mmÂČ Cu ersetzt und die KeramikkondensatorgrĂŒtze durch Roederstein KP1832 plus Styroflex. Das ganze wird dann in einem geschirmten KupfergehĂ€use eingegossen.

Durch meine systemweite Arthrose (und anderer Kleinigkeiten...) muß ich allerdings noch ein paar Monate warten, bis es wieder angenehm warm ist und ich mich wieder bewegen kann. In der Zeit werde ich weiter das nötige Material fĂŒr die weiteren Umbauten sammeln.

Ich werde berichten...


LG The Doctor
Joschi
225 Beiträge
Betreff: Impetanz (392 )06.02.2017, 15:09:17
Ahoi,

ich lasse den Doktor gerne durch.

"Wenn ich also wie im Eingangspost lese, daß ein VerstĂ€rker XY pauschal bei 20 kHz -3 dB Pegelabfall hat, dann liegt das nur daran, daß die Lastimpedanz nicht stimmt (Beispiel: Filter auf 6 Ohm gerechnet, aber Lautsprecher mit 4 Ohm angeschlossen)."
Völig einverstanden und technisch zwingend einleuchtend.

"Dies dem VerstÀrker anzulasten, wÀre unfair."
Eindeutiger Widerspruch. Es gibt keine wirklich geraden ImpedanzverlÀufe mit 4, 6 oder 8 Ohm. Meist mag es klappen, wenn Hochtonzweige "normal" laufen, mithin zu hohen Frequenzen höherimpedant werden.
Es gibt aber auch Lautsprecher, die gerade bleiben oder impedanzmĂ€ĂŸig fallen, auch vielleicht solche mit anderen Systemen als Kalotten.
Die sind dann eher hochpreisig, umso blöder, wenn ein höherpreisiger VerstÀrker sie dann nicht mehr bedienen kann und das ganze bei 13 kHz zu fallen beginnt. Vielleicht ist es verschmerzbar, da die solventere Altersklasse das nicht mehr unbedingt wahrnimmt.
Keine Ahnung, wo die maximale Schaltfrequenz liegt. Wenn es sich nicht machen lÀsst, dass Filter bei 4 Ohm noch niederohmig bleiben, bliebe, die Frequenz zu erhöhen.

Dass es dann nur begrenzten Sinn macht, DSD reinzustecken oder auch auf 192 kHz Samplefrequenz oder höher zu pochen, ist klar.

Oder man macht es analog. CD-Spieler gehen dann i.d.R. gerade bis 21 kHz. Schallplatte lasse ich außen vor, ist zu relativ mit der Anpassung.

Wer weiß, dass Studiomikrofone (und gerade dort die alten, gesuchten) ebenfalls bei 13 bis 15 kHz leiser zu werden beginnen (ganz grob, abhĂ€ngig von Charakteristik, Dimensionen, Technik), wĂŒrde weiteren Verlust vermeiden wollen.

Ein VerstĂ€rker sollte als zusĂ€tzliche Limitierung nicht auch noch dazu kommen. Das wĂŒrde ich ihm anlasten.

Viele GrĂŒĂŸe
Joschi

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